Die Felsformation Dragon’s Eye am Strand von Uttakleiv, Norwegen (© reisegraf/Getty Images)
Was blickt uns hier an? Ein Auge? Ein Drache? Oder ein stiller Zeuge der Erdgeschichte? Nicht ohne Grund trägt diese Felsformation am Strand von Uttakleiv auf den Lofoten in Norwegen den Namen „Dragon’s Eye“. Sie sieht aus wie das Auge eines Drachen, das aus der Tiefe der Zeit zurückschaut. Doch hinter diesem geheimnisvollen Eindruck steckt Geologie.
Vor rund 20.000 Jahren schuf Schmelzwasser unter dem Fennoskandischen Eisschild diese kreisrunde Vertiefung. Unter enormem Druck wirbelte das Wasser mit Sand und Steinen über die metamorphen Felsen und schliff die Wände glatt. Als das Eis vor etwa 16.000 Jahren schmolz, blieb das Auge zurück, zusammen mit einem Felsblock im Zentrum, der wie eine Pupille wirkt.
Heute verändert sich sein Ausdruck ständig. Mal überspült die Flut die Vertiefung, mal legt sie den Stein frei, während Licht und Algen neue Muster zeichnen. Wer Naturwunder liebt, findet auch in Deutschland beeindruckende Orte wie die Externsteine in Nordrhein-Westfalen oder die Kreideküste auf Rügen. Ob in Norwegen oder hierzulande: Die Erde schafft Meisterwerke, die uns staunen lassen. Das „Dragon’s Eye“ ist eines davon und lädt uns ein, die Geschichte der Natur neu zu entdecken.