Letzte Spur der Wildheit Letzte Spur der Wildheit
Przewalski-Pferde
Przewalski-Pferde (© Nemyrivskyi Viacheslav/Getty Images)
Bereits in europäischen Höhlenmalereien, die bis zu 20.000 Jahre alt sind, sind Wildpferde vom Typ Przewalski zu sehen.
Wildheit in ihrer reinsten Form zeigt sich im Przewalski-Pferd. Es gilt als die letzte wirklich wilde Pferdeart der Erde. Einst durch die Steppen Zentralasiens ziehend, verschwand es in den 1960er-Jahren aus der Natur, weil Jagd, Lebensraumverlust und Konkurrenz durch Viehhaltung seinen Bestand drastisch dezimierten. Sein Überleben verdankt die Art einer kleinen Gruppe, die im frühen 20. Jahrhundert eingefangen wurde und zur Grundlage aller heutigen Tiere wurde.
Dank internationaler Zucht- und Auswilderungsprogramme kehrt die Art langsam zurück. Heute leben stabile Bestände in Schutzgebieten in der Mongolei, China und Russland. Die Tiere grasen stundenlang und wechseln je nach Jahreszeit zwischen Gräsern, Kräutern und Sträuchern. Sie bilden Familiengruppen unter Führung eines Hengstes, während Junggesellen eigene Banden bilden.
Trotz aller Fortschritte bleibt die Zukunft unsicher. Extreme Wetterbedingungen und die geringe genetische Vielfalt stellen die Art weiterhin vor große Herausforderungen. Das Jahr 2026, das im chinesischen Kalender dem Pferd gewidmet ist, erinnert daran, wie knapp diese Spezies dem Aussterben entging und wie wichtig es ist, ihre ursprüngliche Wildheit zu bewahren.