Wo das Meer den Weg freigibt Wo das Meer den Weg freigibt
St. Michael's Mount in Marazion, Cornwall, England
St. Michael’s Mount in Marazion, Cornwall, England (© Baxter Bradford/robertharding/Getty Images)
Vor der Küste Cornwalls erhebt sich eine kleine Insel aus dem Meer, die nur bei Ebbe mit dem Festland verbunden ist. Mehrmals am Tag wird ein jahrhundertealter Granitdamm freigelegt, über den einst Pilger und Fischer gingen. So erreicht man St. Michael’s Mount, eine Gezeiteninsel vor Marazion im englischen Cornwall. Heute wird sie vom National Trust betreut, und seit dem 17. Jahrhundert lebt hier die Familie St. Aubyn. Auf kleinem Raum treffen Mythen, mittelalterliche Geschichte und eindrucksvolle Küstenlandschaften aufeinander.
Die Insel birgt zahlreiche Geschichten: vom Erzengel Michael, der Seefahrer im Jahr 495 gewarnt haben soll, bis zu den Legenden um den Riesen Cormoran, den der Volksheld Jack the Giant Killer besiegt haben soll. Auf dem Gipfel steht ein Schloss, das als Priorei des 12. Jahrhunderts begann und später zu einer neugotischen Residenz mit verwinkelten Gängen, herrschaftlichen Räumen und Terrassen mit weitem Blick umgestaltet wurde.
Am Fuß des Hügels führen Kopfsteinwege durch ein kleines Hafenstädtchen, das einst vom Fischfang lebte. Ob man die Gärten an den Granitfelsen erkundet oder über die Wehrgänge streift: St. Michael’s Mount ist ein Ort, an dem Geschichte und Legende gleichermaßen lebendig erscheinen.