Eurasischer Luchs
Einige Kulturen glauben, dass der Luchs über übernatürliches Sehvermögen verfügt und durch feste Objekte hindurchsehen kann.
Haben Sie schon einmal vom „Geist des Waldes“ gehört? So wird der Eurasische Luchs aufgrund seiner lautlosen, nachtaktiven Lebensweise und seiner Seltenheit auch genannt. Mit bis zu 1,07 Metern Länge und 76 Zentimetern Schulterhöhe ist er die größte Luchsart. Seine breiten Pfoten verteilen sein Gewicht wie Schneeschuhe – ideal für die Jagd im verschneiten Gelände. Er jagt nachts und ruht tagsüber in Felsspalten oder dichtem Gebüsch. Zu seiner Beute zählen Rehe, Hasen und Eichhörnchen. In Deutschland lebt der Luchs wieder in Teilen des Harzes und Bayerischen Waldes.
Doch seine scheue Natur konnte ihn nicht vor dem Menschen schützen: In den 1970er- und 1980er-Jahren wurden Tausende Luchsfelle aus Russland und China exportiert, was die Bestände gefährlich schrumpfen ließ. Zwar haben Handelsbeschränkungen den Druck etwas gemindert, doch Wilderei, Lebensraumverlust und schwindende Beutetierzahlen bedrohen die Art bis heute. Wussten Sie übrigens, dass Luchse ihr Revier mit Kratzspuren und Duftstoffen markieren? Diese enthalten Informationen über Reviergrenzen und die Paarungsbereitschaft der Tiere. Der Luchs ist ein faszinierendes Tier, das zeigt, wie wichtig Naturschutz ist – und wie viel wir noch lernen können.