Wenn das Eis leuchtet Wenn das Eis leuchtet
Mendenhall‑Gletscher, Alaska, USA
Eishöhle im Mendenhall‑Gletscher, Alaska, USA (© Designpics/Adobe Stock)
Blaues Licht durchdringt das Eis und lässt eine vergängliche Welt entstehen. Im Inneren des Mendenhall-Gletschers in Alaska, USA, öffnen sich Eishöhlen, die fast unwirklich wirken. Nur wenige Kilometer von Juneau entfernt liegt dieser mächtige Gletscher, dessen stille Räume aus über Jahrhunderte verdichtetem Eis geformt wurden. Er reicht rund 21 Kilometer vom Juneau-Eisfeld ins Tal hinab und verändert dabei stetig seine Gestalt. Seine intensive Färbung entsteht durch die hohe Dichte des Eises, welche vor allem leuchtende Blautöne sichtbar macht.
Solche vergänglichen Eisräume erinnern entfernt an die Eiskapelle am Watzmann in Bayern, wobei die Höhlen im Mendenhall-Gletscher deutlich größer und dynamischer sind. Sie entstehen durch Schmelzwasser, das Gänge in das Eis fräst, und können sich ebenso rasch wieder auflösen. Der Zugang zu diesen Kammern ist inzwischen selten und unberechenbar geworden. Dennoch fasziniert der Gletscher Forschende und Gäste gleichermaßen. Aufgrund seines starken Abschmelzens ist er ein sichtbares Zeichen des Umweltwandels, an dem Schönheit und Verletzlichkeit unmittelbar aufeinandertreffen.