Gefrorener Abraham Lake, Alberta, Kanada (© Luis F Arevalo/Getty Images)
Wenn der Winter über die Rocky Mountains in der kanadischen Provinz Alberta zieht, verwandelt sich der Abraham Lake in ein Naturwunder, das fast unwirklich scheint. Unter der glasklaren Eisfläche erstarren Hunderte weiße Blasen in unterschiedlichen Formen und Schichten. Diese spektakulären Muster entstehen, wenn im Wasser versunkene Pflanzen Methan freisetzen. Bei stark fallenden Temperaturen steigen die Gasblasen nach oben, gefrieren jedoch in aufeinanderliegenden Schichten und bilden so ein einzigartiges, beinahe grafisches Muster, das weltweit Fotografen und Naturbegeisterte anzieht.
Der Abraham Lake, ein Stausee am Oberlauf des North Saskatchewan River, ist vergleichsweise jung: Er entstand erst 1972 durch den Bau des Bighorn-Damms. Seine intensiv türkisfarbene Färbung im Sommer und das außergewöhnlich klare Eis im Winter verdankt er dem sogenannten Gletschermehl – fein zerriebenem Gestein, das die umliegenden Gebirgsflüsse mitführen.
Zwischen schneebedeckten Gipfeln und dem stillen Leuchten der Eisfläche zeigt dieser See, wie überraschend und kunstvoll die Natur sein kann. In dieser ausgeprägten Form ist das Phänomen in Deutschland nicht zu sehen. Zwar entstehen auch in heimischen Seen Gasblasen unter dem Eis, doch die spektakulär geschichteten Methanblasen bleiben ein seltenes Wunder extrem kalter Regionen.