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Festung Palamidi, Nafplio, Griechenland
Die Treppe der Festung Palamidi, Nafplio, Griechenland (© George Pachantouris/Getty Images)
Wer den Aufstieg wagt, wird nicht nur mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt, sondern erfährt auch ein Stück europäischer Wehrgeschichte. Über der griechischen Hafenstadt Nafplio thront die Festung Palamidi, eine venezianische Anlage aus dem Jahr 1714, die 216 Meter über der Stadt liegt. Ihr System aus acht Bastionen war so entworfen, dass jede Einheit auch dann weiterkämpfen konnte, wenn eine benachbarte Bastion fiel. Dies ist ein Musterbeispiel frühneuzeitlicher Militärarchitektur. 1715 nahmen die Osmanen die Festung ein, doch 1822 eroberte Griechenland sie zurück und benannte einzelne Bastionen nach Helden wie Achilles oder Leonidas. Berühmt ist der Treppenweg, der lange als „999 Stufen“ überliefert war, tatsächlich aber 857 Stufen umfasst. Der Anstieg ist anspruchsvoll, wird aber mit einem weiten Panorama über den Argolischen Golf belohnt. Von oben ist zu sehen, wie klug Mauern, Scharten und Höhenlinien miteinander verzahnt sind.
Auch wenn der Aufstieg in Deutschland selten in so endlosen Stufen erfolgt, kennen viele Besucher dieses Gefühl. Die steilen Wege hinauf zur Festung Königstein in der Sächsischen Schweiz oder der Anstieg zum Marienberg bei Würzburg verlangen ebenfalls Schritt für Schritt Konzentration, bevor sich oben ein weiter Blick eröffnet. Palamidi und deutsche Höhenburgen sind Beispiele dafür, dass Geschichte denjenigen offensteht, die den Aufstieg wagen.