Silberreiher, Oberbayern
Der Silberreiher galt in Deutschland lange als selten, breitet sich aber seit den 1990er‑Jahren wieder aus und ist heute in vielen Feuchtgebieten regelmäßig zu beobachten.
Der Silberreiher zählt zu den größten Reihern Europas und ist an seinem schneeweißen Gefieder, dem gelben Schnabel und einer Flügelspannweite von bis zu 150 Zentimetern leicht zu erkennen. Weltweit besiedelt er verschiedenste Gewässertypen und zeigt dabei eine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit. Als geduldiger Jäger setzt er auf stille Präsenz. Oft verharrt er reglos im flachen Wasser oder auf Feldern, bevor er blitzschnell zuschlägt. Sein Speiseplan umfasst vor allem Fische, aber auch Amphibien, Insekten und kleine Säugetiere.
Das heutige Bild zeigt den Vogel im winterlichen Oberbayern. Seit den 1990er-Jahren ist er dort regelmäßig an Seen wie dem Ammersee, dem Starnberger See oder dem Chiemsee zu beobachten. Viele Tiere bleiben inzwischen ganzjährig in Deutschland. Winterzählungen am Steinhuder Meer in Niedersachsen erfassen teils bis zu 300 Individuen und belegen seine wachsende Präsenz. Selbst bei Frost wirkt der Reiher aufmerksam und gelassen – ein Anblick, der in Deutschlands Feuchtgebieten heute häufiger geworden ist.