Krauskopfpelikane, Kerkini-See, Griechenland
Wenn der Winter klare Linien in die Landschaft zeichnet, wird der Kerkini-See in Nordgriechenland zur Bühne eines besonderen Naturschauspiels. In dieser Jahreszeit lassen sich Krauskopfpelikane hier aus nächster Nähe beobachten. Mit ihren imposanten Silhouetten gleiten sie beinahe schwerelos über das ruhige Wasser. Mit einer Flügelspannweite von über drei Metern zählen sie zu den größten flugfähigen Vögeln der Welt und am Kerkini-See zeigen sie sich von ihrer eindrucksvollsten Seite.
Je weiter der Winter fortschreitet, desto stärker verändert sich ihr Erscheinungsbild: Kurz vor der Brutzeit färbt sich der Kehlsack leuchtend orange-rot – ein klares Signal für den Beginn des Balzgeschehens. Die dichten Ansammlungen am See ermöglichen faszinierende Einblicke in ihr Sozialverhalten, ihre Interaktionen und ihre Jagdtechnik. In Mitteleuropa sind Krauskopfpelikane dagegen äußerst selten; in Deutschland gelten sie lediglich als sehr seltene Irrgäste und sind keine regelmäßigen Durchzügler. Trotz ihrer majestätischen Präsenz bleibt die Art gefährdet. Lebensraumverlust und Störungen setzen den Beständen weiterhin zu. Umso wichtiger sind Schutzgebiete wie der Kerkini-See, die diesen außergewöhnlichen Vögeln einen sicheren Rückzugsort und langfristige Perspektiven bieten.